DIGIRAMA: Wie Panoramen digital wurden

13. Gen.. 2025

Digirama: Silhouettenlinien mit Schräglichtschattierung (Standard) / mit SWISSIMAGE (Deluxe)

Panoramen oder panoramaartige Darstellungen sind in den verschiedensten Formen und Ausführung seit dem 15./16. Jahrhundert bekannt. Jacques-Barthélemy Micheli du Crest aus Genf zeichnete 1755 das wahrscheinlich erste wissenschaftliche Gebirgspanorama. Seither haben sich die Darstellungen stark verändert und heute sind auch digitale Formen an der Tagesordnung.

Beatrice Winter

Beatrice Winter

Archivkoordinatorin

Handzeichnungen, Gemälde, Kupferstiche, Fotopanoramen: Die Liste der Reproduktionsarten von Panoramen liesse sich noch um einiges verlängern. Gemeinsam ist den meisten herkömmlichen Panoramen, dass sie die von einem Aussichtspunkt sichtbaren landschaftlichen Gegebenheiten darstellen: Üblicherweise helfen Legenden, die Landmarken zu identifizieren.

DIGIRAMEN (für DIGItale PanoRAMEN) sind bei swisstopo auf der Grundlage des DHM25 (Digitales Höhenmodell) sozusagen als Nebenprodukt der Kartendigitalisierung entstanden. Während es zuerst darum ging, die Ausbreitung von Funkwellen von einem bestimmten Punkt aus sichtbar zu machen (Sichtbarkeitskarten), kamen bald auch die ästhetischen Qualitäten zum Zug. Die ersten Drahtgittermodelle muten zwar heute steif und leblos an, waren aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg. Für die Erstellung eines Digiramas sind riesige Datenmengen notwendig, ebenso entsprechend leistungsfähige Computer und spezielle Software. Schwarzweiss-Bilder mit Silhouettenlinien, kombiniert mit Schräglichtschattierung (Standardversion), werden häufig für Panoramatafeln im Freien verwendet. Je nach Kundenwunsch ist auch eine Kombination mit einem Luftbild, beispielsweise dem SWISSIMAGE (Deluxe-Version), möglich. Dadurch entstehen schon fast fotografisch anmutende Digiramen. Natürlich sind solche Bearbeitungen immer noch mit viel Handarbeit verbunden. So müssen u.a. Sichthöhe, Licht und Namenanordnung geklärt werden. Schlussendlich entsteht jedes Mal ein Unikat.

Ein ganz spezielles Digirama, welches mit den Daten von swisstopo erstellt wurde, hat es im Jahr 2000 sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft: Das Profil über 530 km von Frankfurt bis zum Mont Blanc, gedruckt auf einer 5 Meter breiten und 390 Meter langen Textilbahn. Hierzu arbeiteten die Werbeagentur tuthundknup, Zürich und das Fotolabor Stutz Foto Color AG, Bremgarten AG mit swisstopo eng zusammen. Etliche technische und logistische Hürden galt es zu überwinden, bis das riesige Kunstwerk anlässlich der Heimtextil-Ausstellung auf dem Messegelände in Frankfurt montiert war. Einen Eindruck von der spektakulären Wirkung erhielten auch die Besucher von swisstopo, als an einem Tag der offenen Tür ein Teil des Panoramas im Innenhof montiert wurde.

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